Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Therapierichtungen und therapeutischen Behandlungsmethoden. Allerdings werden von den Krankenkassen derzeit lediglich drei psychotherapeutische Verfahren anerkannt, für die bei entsprechender Indikation auch die Kosten übernommen werden. Diese sind: analytische Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Verhaltenstherapie. Ich selbst habe die Weiterbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie absolviert und arbeite daher vor allem mit verhaltenstherapeutischen Techniken.

Zielgruppe einer Verhaltenstherapie
Ablauf einer Verhaltenstherapie
Dauer einer Verhaltenstherapie
Kosten einer Verhaltenstherapie
Termine nach Vereinbarung


Zielgruppe einer Verhaltenstherapie:
Eine verhaltenstherapeutische Behandlung kann u.a. bei folgenden Erkrankungen und Problemen in Frage kommen: Depressionen, Angsterkrankungen (wie Phobien, Panikstörungen oder soziale Ängste), Zwangsstörungen, Schlafprobleme, Symptome nach belastenden oder traumatischen Erlebnissen, Ess-Störungen, chronische Schmerzen, sexuelle Funktionsstörungen oder körperliche Erkrankungen mit psychischen Begleiterscheinungen.

Je nach Erkrankung kann die Kombination mit einer (fach-)ärztlichen Behandlung indiziert sein.

Soziale oder partnerschaftliche Konflikte oder der Wunsch nach persönlicher Weiterentwicklung sind Indikationen für eine psychologische Beratung.

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Ablauf einer Verhaltenstherapie
Nachdem telefonisch der Termin für ein Erstgespräch vereinbart wurde, wird bei diesem und in den nächsten 2-4 Sitzungen die Anamnese und Diagnostik durchgeführt, d.h. es wird geprüft, ob die vorliegenden Probleme und Schwierigkeiten eine psychische Erkrankung darstellen, bei der eine Psychotherapie bzw. eine Verhaltenstherapie indiziert ist. Im Anschluss werden die Ergebnisse der Diagnostik, die Behandlungsmöglichkeiten sowie etwaige "Nebenwirkungen" mit dem Patienten besprochen. Bei gesetzlich Versicherten werden die Kosten für die ersten 5 sogenannten "probatorischen" Sitzungen in einer Praxis mit Kassenzulassung in jedem Fall von der Krankenkasse übernommen. Privat Versicherte sollten die Modalitäten der Kostenübernahme unbedingt vor Beginn einer Therapie individuell mit ihrer Krankenkasse abklären. Im Verlauf dieser ersten 5 Sitzungen kann der Psychotherapeut, insbesondere aber der Patient prüfen, ob er sich eine Psychotherapie in dieser Konstellation vorstellen kann. Diese Entscheidung sollte bei gesetzlich versicherten Patienten spätestens nach Ablauf der 5. probatorischen Sitzung getroffen werden, da danach bei der Krankenkasse der Antrag auf Bewilligung einer Psychotherapie gestellt werden muss. Für diesen Antrag ist außerdem eine (fach-)ärztliche Stellungnahme notwendig, ob oder in welcher Form eine begleitende ärztliche Behandlung erforderlich ist.

Sobald die Kostenübernahme durch die Krankenkasse geklärt ist, formulieren Therapeut und Patient gemeinsam möglichst konkrete Therapieziele. Außerdem wird ein individuelles Erklärungsmodell erstellt, in dem prädisponierende, auslösende sowie aufrechterhaltende Bedingungen und Faktoren der Symptomatik beschrieben und gesammelt werden. Im Anschluss werden je nach Indikation verschiedene verhaltenstherapeutische Techniken und Interventionen durchgeführt, wobei die geplante Vorgehensweise zunächst dem Patienten transparent und verständlich erklärt wird. Die daraus gemeinsam abgeleiteten Überlegungen und Übungen werden in der Therapiesitzung durchgesprochen und in Abhängigkeit der Möglichkeiten in der Zeit zwischen den Sitzungen vom Patienten eigenverantwortlich in seiner alltäglichen Umgebung weitergeübt. Die hierbei gemachten Erfahrungen, Probleme oder neuen Perspektiven werden wiederum in der Therapiesitzung reflektiert. Nur wenn der Patient wirklich verstanden hat, warum und in welcher Form bestimmte Interventionen sinnvoll und richtig sind, kann er gut mitarbeiten und somit ein positives Therapie-Ergebnis wirkungsvoll beeinflussen.

Immer wieder wird im Verlauf der Therapie geprüft, inwieweit sich bereits die gewünschten Erfolge eingestellt haben, um gegebenenfalls die Vorgehensweise anzupassen. Gegen Ende einer Verhaltenstherapie sollte ein Patient über seine Erkrankung und über individuelle Bewältigungsstrategien möglichst umfassend Bescheid wissen sowie auf eventuell auftretende Krisen gut vorbereitet sein. Im Resultat wird also auch "Hilfe zur Selbsthilfe" geleistet.

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Dauer einer Verhaltenstherapie
Eine einzelne verhaltenstherapeutische Sitzung dauert üblicherweise 50 Minuten. Wenn die Psychotherapie es inhaltlich erfordert, werden in bestimmten Fällen auch mehrere Sitzungen an einem Tag gemacht.

Zu Beginn einer Behandlung finden die Sitzungen meist wöchentlich statt, gegen Ende der Therapie werden die Termine oft in größeren zeitlichen Abständen vereinbart, damit der Patient zunehmend selbständig das in der Therapie Gelernte umsetzen kann.

Die Gesamtdauer einer Psychotherapie hängt von Art und Schwere der Erkrankung ab, insgesamt übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen 25 bis maximal 60 Sitzungen, in begründeten Ausnahmefällen auch insgesamt 80 Sitzungen. Private Krankenversicherungen haben individuelle Regelungen, oft werden z.B. 20 Sitzungen pro Jahr bewilligt.

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Kosten einer Verhaltenstherapie
Gesetzlich versicherte Patienten:
Ärztliche und psychologische Psychotherapeuten mit Kassenzulassung können mit allen gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Die gesetzliche Krankenversicherung trägt neben den ersten 5 probatorischen Sitzungen die Kosten für die o.g. Sitzungs-kontingente einer Psychotherapie, wenn ein unabhängiger Gutachter aufgrund eines anonymisierten Berichts des Psychotherapeuten die Bewilligung der Therapie empfiehlt.

Privat Versicherte/Beihilfe-Berechtigte:
Niedergelassene Psychotherapeuten mit und ohne Kassenzulassung können mit privaten Krankenversicherungen und der Beihilfe abrechnen. Bei privat Versicherten hängt die Kostenübernahme durch die Krankenkasse von den individuell abgeschlossenen Versicherungsverträgen ab und ist von Kasse zu Kasse sehr unterschiedlich. Die Höhe des Honorars bei privat Versicherten bzw. bei Beihilfe-Berechtigten richtet sich nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP) bzw. für Ärzte (GOÄ).


Selbstzahler:
Selbstverständlich können ebenfalls alle niedergelassenen Psychotherapeuten Patienten behandeln, die die Kosten der Therapie selbst tragen. Die Höhe des Honorars bei Selbstzahlern richtet sich ebenfalls nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP) bzw. für Ärzte (GOÄ).


In meiner Praxis kann Psychotherapie zunächst nur für Patienten angeboten werden, die privat versichert oder Beihilfe berechtigt sind bzw. die Therapiekosten selbst bezahlen, da derzeit im Kreis Siegen keine neuen Kassenzulassungen erteilt werden. Eine solche ist für die Abrechnung der Behandlung von gesetzlich versicherten Patienten nötig.

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Termine nach Vereinbarung
Wenn Sie an einer Psychotherapie in meiner Praxis interessiert sind, freue ich mich, wenn Sie Kontakt mit mir aufnehmen.

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